Wer im vergangenen Jahr Agenten gebaut hat, kennt das Muster: Eine Fachabteilung baut sich einen Helfer, er funktioniert, niemand weiss davon und ein Jahr später weiss auch niemand mehr, wer zuständig ist. Microsoft hat dafür jetzt Werkzeuge nachgeliefert.
Drei Bausteine
Ein Freigabeweg in den Katalog. Selbstgebaute Agenten können zur Prüfung eingereicht werden; die Administration gibt sie frei, bevor sie im Organisationskatalog erscheinen. Damit ist der Weg von der Idee zum unternehmensweiten Werkzeug geregelt statt zufällig.
Lebenszyklus nach Regeln. Agenten lassen sich per Richtlinie in Gruppen ausrollen, und Agenten ohne Besitzer werden automatisch neu zugewiesen. Genau das verhindert den verwaisten Helfer, den niemand abschalten will, weil unklar ist, wer ihn braucht.
Sicherheit wird lizenzpflichtig. Die Schutzfunktionen für Agenten: Erkennung, Zustandsbewertung, Bedrohungserkennung, setzen seit dem 1. Juli eine entsprechend berechtigte Lizenz voraus. Ohne diese sind die Schutzmechanismen abgeschaltet. Wer Regeln im Blockiermodus betrieben hat, sollte sie prüfen.
Unsere Einordnung
Diese Meldung liest sich unspektakulär und ist strategisch die wichtigste des Sommers. Agenten sind an einem Punkt angekommen, an dem sie wie Anwendungen behandelt werden müssen: mit Besitzer, Freigabe, Bestandsliste und Abschaltdatum.
Für mittelständische Unternehmen ist das eine gute Nachricht: vorausgesetzt, die Verwaltung wird eingerichtet, bevor die Zahl der Agenten wächst. Zehn Agenten lassen sich nachträglich ordnen. Bei fünfzig wird es ein Projekt.
Der Punkt, den wir betonen: Die Lizenzpflicht für die Sicherheitsfunktionen ist keine Formalität. Wer sie überliest, betreibt Agenten ohne die Schutzmechanismen, die er glaubt zu haben.