Forschende aus Deutschland halten die verbreitete Annahme, weniger Datenschutz führe zu mehr Innovation, für empirisch nicht belegt. Einen allgemeinen Einbruch bei Neuerungen durch die europäische Datenschutzverordnung sehen sie nicht. Das Problem liege woanders: Grosse Konzerne passen sich an, kleinere Unternehmen tragen den Aufwand und die Unsicherheit.
Unter den Vorschlägen sticht einer für den Mittelstand heraus. Hersteller von Standardsoftware sollen stärker in die Pflicht genommen werden. Das trifft den Kern, denn ein mittelgrosses Unternehmen entwickelt seine Schutzmechanismen selten selbst. Löschfristen, Zugriffsprotokolle oder die Maskierung sensibler Daten kommen mit der eingesetzten Software.
Für KI-Vorhaben empfehlen wir deshalb, Schutzfunktionen bereits bei der Werkzeugwahl zu prüfen und mit Daten ohne Personenbezug zu beginnen. Gut umgesetzter Datenschutz wird so zum Argument gegenüber Kunden statt zur Bremse.