Zwei Neuerungen schliessen eine Lücke, die in der Praxis viel Ärger verursacht hat: Dateien, die Copilot erzeugt, übernehmen jetzt automatisch die höchste Vertraulichkeitsstufe der verwendeten Quellen. Kann Copilot keine Stufe setzen, wird die Person darauf hingewiesen.
Bisher galt: Wer aus drei vertraulichen Dokumenten eine Zusammenfassung erstellen liess, erhielt eine ungeschützte Datei und musste die Einstufung selbst nachtragen. Genau das ist im Alltag regelmässig untergegangen.
Wasserzeichen für erzeugte Medien
Parallel gibt es eine Richtlinie, mit der erzeugte oder veränderte Video- und Audioinhalte ein sichtbares beziehungsweise hörbares Wasserzeichen erhalten. Wichtig: Diese Richtlinie ist standardmässig ausgeschaltet und muss aktiv gesetzt werden. Bei Bildern entscheiden die Nutzenden selbst in ihren Einstellungen.
Was das für die Praxis heisst
- Die Vererbung der Schutzstufe entlastet, ersetzt aber keine Ordnung. Sie wirkt nur so gut, wie die Quelldokumente eingestuft sind. Wo nichts eingestuft ist, gibt es nichts zu erben.
- Das Wasserzeichen ist eine bewusste Entscheidung. Wer erzeugte Medien nach aussen gibt, sollte die Richtlinie einschalten. Sonst ist erzeugtes Material später nicht mehr von aufgezeichnetem zu unterscheiden.
- Beides gehört zusammen betrachtet. Die Vererbung schützt vor unbeabsichtigter Weitergabe, das Wasserzeichen schafft Nachvollziehbarkeit.
Unsere Einordnung
Das ist die Art von Neuerung, die wenig Aufmerksamkeit erhält und viel Wirkung hat. Der Schutz greift jetzt dort, wo er hingehört: beim Entstehen der Datei, nicht in der nachträglichen Aufräumarbeit.
Der ehrliche Hinweis dazu: Diese Funktion belohnt Unternehmen, die ihre Dokumente bereits eingestuft haben. Wo Vertraulichkeitsstufen nie eingeführt wurden, ändert sie nichts und wird zum Anlass, das nachzuholen.