In vielen Betrieben verfassen digitale Assistenten inzwischen Antworten, Berichte und Rückfragen, oft ohne dass die Gegenseite es weiss. Aktuelle Auswertungen aus der Softwareentwicklung machen das Ausmass sichtbar: Ein grosser Teil maschinell erstellter Beiträge wird gar nicht mehr von Menschen geprüft, und die meisten Prüfkommentare stammen ihrerseits von Automaten. Die Organisationsforschung liefert dazu einen wichtigen Befund. Empfänger werten maschinell erzeugte Nachrichten ab, nicht wegen mangelnder Qualität, sondern weil die empfundene Echtheit fehlt. Daraus leiten wir eine klare Praxis ab: Offen deklarieren, wo Automaten mitarbeiten, Routineaufgaben gezielt auslagern und heikle Gespräche bewusst bei Menschen belassen. Zusätzlich braucht es definierte Stellen, an denen jemand eingreift, wenn Systeme untereinander verhandeln. Wer so vorgeht, nutzt den Zeitgewinn, ohne das über Jahre aufgebaute Vertrauen seiner Kundschaft aufs Spiel zu setzen.