Am 12. Juni 2026 zwang eine amerikanische Exportkontroll-Anordnung einen grossen Modellanbieter, zwei seiner wichtigsten Systeme für alle Personen ohne US-Pass zu sperren. Neunzehn Tage lang fehlten europäischen Anwendern damit längst produktive Werkzeuge, ohne Ankündigung und Schonfrist. Wir lesen daraus eines: Über die Verfügbarkeit der stärksten Modelle wird heute sicherheitspolitisch entschieden, ohne Beteiligung der Anwender in Europa. Zwei Vorstösse im US-Kongress würden diese Praxis zusätzlich festschreiben, einmal als Pflichtprüfung vor der Auslieferung, einmal als behördlich anordenbare Abschaltung.
Für Schweizer Betriebe folgt daraus kein Verzicht auf US-Modelle, sie führen das Feld technisch weiterhin an. Sinnvoll ist die zweite Spur: Abhängigkeiten ins Risikoregister aufnehmen, eine technische Zwischenschicht einziehen, damit ein Anbieterwechsel keine Monatsaufgabe wird, und offene Modelle wie das an Schweizer Hochschulen entstandene Apertus als Ergänzung einplanen.